Familienhilfe und Familienpolitik

Profilierung der Allgemeinen sozialen Beratung

Ausgangssituation

Beraterin mit jungem Paar

Für Familien und alleinlebende Menschen in problematischen und prekären Lebenslagen ist die Allgemeine soziale Beratung der Caritas ein niederschwelliges Beratungs- und Unterstützungsangebot. Die Mitarbeitenden beantworten Fragen zu Leistungen nach dem 2. Sozialgesetzbuch (SGB II - Arbeitslosengeld II, Sozialgeld), 12. Sozialgesetzbuch (SGB XII - Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), Wohngeld, zur Kinder- und Jugendhilfe. Bei Problemen, die nicht direkt in der Beratung geklärt werden können, vermitteln die Mitarbeiter in andere Fachberatungsstellen und zu weiteren Angeboten der Caritas- und Fachverbände sowie anderer Anbieter. Ziel der Hilfe ist, dass die Ratsuchenden auf Dauer möglichst unabhängig von staatlicher Hilfe ihr Leben gestalten können.

Aufgrund der sich veränderten Lebensbedingungen in den einzelnen Regionen, gesellschaftlichen und rechtlichen Veränderungen, bedarf es einer Überprüfung der Rahmenbedingungen der Dienste an die Bedarfe von Familien und somit der Identifizierung von Handlungsbedarfen.

 
Ziel

Bestehende Rahmenbedingungen der Beratungsstrukturen sind analysiert, Schwerpunkte, regionale Bedarfe und Ressourcen sind herausgearbeitet.

 
Adressaten

Adressaten des Projektes sind die Mitarbeitenden der Allgemeinen sozialen Beratung

 
Aktivitäten

Bestehende Rahmenbedingungen in den niederschwelligen Beratungsdiensten werden analysiert und in Bezug zum aktuellen Bedarf von Familien gebracht. In Konferenzen sollen Handlungsbedarfe identifiziert und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Diese dienen außerdem dem kollegialen Fachaustausch. Es wird daran mitgewirkt, die Qualität des Angebotes kontinuierlich zu verbessern bzw. auf neue Bedarfe zu reagieren.

 

Beratung für verschuldete Haushalte

Ausgangssituation

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen ist über die letzten Jahre hinweg eine zunehmende Tendenz zur Überschuldung privater Haushalte zu beobachten. Im Jahr 2015 lag sie bei circa zehn Prozent.

Die schwierige wirtschaftliche Situation ist nicht nur für den be troffenen Schuldner selbst sehr belastend, sondern sie wirkt sich in der Regel auch auf das familiäre Umfeld negativ aus. Der finanzielle Druck und Spannungen innerhalb der Familien führen gerade bei Kindern zu überfordernden Stresssituationen. Die Studie "Geld, Finanzen, Schulden. Umgang und Einstellung der erwachsenen Bevölkerung im Freistaat Sachsen" der TU Dresden (erstellt 2015 im Auftrag des SMS) hat deutlich die positive Wirkung der Schuldnerberatung auf die familiäre Situation der Betroffenen hervorgehoben. Mit ihrem Beratungsangebot für überschuldete Haushalte leisten die Schuldnerberatungsstellen damit einen wichtigen Beitrag für die Unterstützung von Familien in prekären Lebenssituationen.

 
Ziel

Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung haben eine sachgerechte Ausgestaltung der Rahmenbedingungen.

 
Adressaten

Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen, Entscheidungsträger im SMS und der Politik, Liga der Freien Wohlfahrtspflege

 
Aktivitäten

Die bisherige Projektarbeit findet ihre Fortsetzung in der Weiterentwicklung des Finanzierungsmodells, das die Zusammenführung der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung vorsieht. Dafür sind Gespräche mit Vertreter(inne)n des SMS, SSG und SLKT sowie politische Lobbyarbeit geplant. Weiterhin setzt sich das Projekt für die Einführung einer gemeinsamen Liga-Statistik ein, um gezielter die Wirksamkeit bestehender Hilfsangebote für überschuldete Bürger(innen) und ihre Familien zu prüfen und ggf. Vorschläge zur Weiterentwicklung zu erarbeiten.

 

Schwangerschaftsberatung

Ausgangssituation

Bauch einer Schwangeren

Die Katholische Schwangerschaftsberatung (KSB) hält seit vielen Jahren ein verlässliches Angebot für (werdende) Eltern und Familien vor. Die Lebenslagen der meisten Ratsuchenden sind geprägt von schwierigen Umständen, die neben Einkommensarmut auch Einschränkungen in Blick auf Gesundheit, Bildung, Wohnen und soziale Integration bedeuten können.

Eine Besonderheit des Konzepts der KSB besteht in der Verknüpfung von psycho- sozialer Beratung und der Vermittlung konkreter Hilfen, um den Ratsuchenden eine umfassende, passgenaue und individuelle Unterstützung während Schwangerschaft anzubieten. Dieses Unterstützungsangebot umfasst auch die Zeit nach der Geburt, es richtet sich an Mütter und Väter mit Kindern bis zum Alter von drei Jahren.

Die KSB bietet damit Beratung, Begleitung und Hilfe in der Phase des Übergangs in die Elternschaft und in das Familienleben und eröffnet Perspektiven für ein Leben mit Kind(ern). Indem die KSB zur Entlastung, Kompetenzerweiterung und Stabilisierung von Schwangeren und jungen Eltern beiträgt, spielt sie eine wichtige Rolle in der Gestaltung einer kinder- und familienfreundlichen Gesellschaft.

 
Ziel
 

Die Existenz von Schwangeren und jungen Familien im SGB II-Bezug ist gesichert. Ein Diskussions- und Reflexionsprozess über den Bedarf und die Weiterentwicklung familienfördernder Maßnahmen ist eröffnet.

 
Adressaten

Schwangerschaftsberatungsstellen, Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Vertreter(innen) des SMS


Aktivitäten
 

Zusammen mit anderen Verbänden soll erarbeitet werden, welchen besonderen Beitrag speziell die Schwangerschaftsberatungsstellen in der Unterstützung junger Familien leisten können. Es werden Überschneidungen und Abgrenzungen zu anderen Trägern von familienfördernden Maßnahmen definiert und sinnvolle Vernetzungsstrukturen entwickelt. Weiterhin werden Fortbildung zu relevanten Themen, Fachkonferenzen und die Zusammenarbeit mit der Bundesebene des DCV den Beraterinnen Kenntnisse und Informationen zu den aktuellen rechtlichen Entwicklungen vermitteln.

 

Kinderschutz und Prävention vor sexualisierter Gewalt


Ausgangssituation

Den Caritaseinrichtungen und Diensten sind Menschen mit einer hohen Schutz- und Hilfebedürftigkeit der Fürsorge, Pflege und Obhut anvertraut. Dazu gehören Kinder und Jugendliche, ebenso wie schutzbedürftige Erwachsene. Diese Orte sollen sichere Orte sein.

Um einen bestmöglichen Schutz vor sexualisierter Gewalt zu realisieren, sind zusätzlich zu den verbindlichen Rechtsnormen (z. B. UN-Kinder- und Behindertenrechtskonvention, Charta der pflege- und hilfsbedürftigen Menschen; GG, SGB VIII, BKiSchG, StGB) Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention erstellt worden. Der Blick richtet sich in den Schutzkonzepten nicht nur auf sexualbezogene Straftaten nach dem Strafgesetzbuch, sondern bezieht sich auch auf Handlungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit, die im erzieherischen sowie im betreuenden, pflegerischen oder im medizinischen Umgang mit Schutzbefohlenen eine Grenzüberschreitung darstellen.

Ziel

Präventive Maßnahmen sind getroffen, Mitarbeitende eingebunden sowie das Schutzkonzept des Trägers implementiert und umgesetzt.

Adressaten

Die Adressaten sind die Dienste und Einrichtungen in der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe sowie die Mitarbeitenden, Ehrenamtliche und Freiwilligendienstleistenden.

Aktivitäten

Zur Verwirklichung des Ziels bedarf es einer Reflexion und Auseinandersetzung mit einrichtungsinternen Strukturen, dessen zugrundliegendem Konzept, Regeln, Organisationskultur und der Haltung der Mitarbeitenden. Leitungskräfte werden zum Schutzkonzept und dessen Umsetzung beraten. Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Freiwilligendienstleistende werden zur Prävention vor sexualisierter Gewalt und Intervention geschult.