Auf der Balkanroute

Gruppe

Ein Besuch beim Erzbischof von Belgrad steht ebenso auf dem Programm wie einige der zahlreichen Flüchtlingscamps im Land. Die Caritas in Serbien und im Kosovo versorgt unter anderem alte und kranke Menschen und kümmert sich um das Volk der Roma. Nicht nur die Flüchtlingsströme bereiten Probleme. Knapp 20 Jahre nach dem Balkankrieg sind die Folgen immer noch zu spüren.

Von Belgrad nach Aleksinac

Ein Fazit der Reise nach Serbien und dem Kosovo

Monika Schwenke und Mechthild Gatter ziehen das Fazit der Balkanreise

Monika Schwenke und Mechthild Gatter.Monika Schwenke aus dem Bistum Magdeburg (links) und Mechthild Gatter aus dem Bistum Dresden-Meißen.

Für uns waren insbesondere die basis- und zielgruppenorientierten Ansätze der Caritas beeindruckend (Essensversorgung der Flüchtlinge in Belgrad, Versorgung mit Hygieneartikeln im Transitcamp bei Subotica, Waschcontainer in Belgrad, insgesamt die Arbeit mit armen Menschen, für die Roma und die  Hauskrankenversorgung) .

Während in Subotica, im Norden Serbiens, die Hauskrankenpflege im Mittelpunkt steht, ist es in Aleksinac die Arbeit mit den Roma. Bedeutung und Rolle der Caritas im Serbien und im Kosovo sind unterschiedlich. Die Aufgabenfelder ähneln sich, aber der Handlungsradius, die Zusammenarbeit und die Einflussmöglichkeiten im Hinblick auf staatliches Handeln sind unterschiedlich ausgeprägt. 

In Serbien gehören die meisten Menschen der serbisch-orthodoxen Kirche an, die Katholiken sind eine kleine Minderheit. Caritasarbeit etabliert sich langsam, aber stetig und ohne staatliche Förderung. Somit ist die Einflussnahme auf staatliches Handeln noch zu entwickeln.

Im Kosovo ist die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch geprägt. Wir erlebten die Möglichkeiten der kosovarischen Caritas hinsichtlich der Sozialpolitik des Landes erfolgreicher und aussichtsreicher. Das Sozialministerium will, zum Beispiel das Modell der Hauskrankenpfleg der Caritas in das staatliche Gesundheitssystem implementieren. 

Die unterschiedliche Rolle der Caritas in Serbien und im Kosovo resultiert nach unserer Beobachtung daraus, dass nach dem Balkankrieg verschiedene internationale Organisationen im Kosovo Entwicklungshilfe betreiben.

Beide Länder und beide Caritasorganisationen würden ohne die staatliche und nichtstaatliche internationale Unterstützung  nicht funktionieren. Die armen Menschen wären ohne diese Hilfe noch mehr und auch in Zukunft ausgegrenzter Teil ihrer Gesellschaft und in Europa.  Die Caritas Deutschland leistet hier einen guten Beitrag, indem sie Konzepte der Sozialen Arbeit gemeinsam mit Einheimischen in die Regionen transportiert. Dadurch werden Arbeitsplätze bei der Caritas geschaffen, freiwilliges Engagement und Selbsthilfe ermöglicht. Caritas leistet Hilfe am Menschen und zur Entwicklung beider Länder.

Wenn sich die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen in beiden Ländern zum Positiven verändern, müssen die Menschen das Land nicht mehr (Richtung Deutschland) verlassen, sondern können ihr eigenes entwickeln. Alle Gesprächspartner haben uns versichert, dass das Wichtigste Arbeitsplätze, sowohl im eigenen Land als auch Arbeitsmöglichkeiten im Ausland sind. Die Menschen wollen ihr Land eigentlich nicht verlassen, die wirtschaftliche Situation zwingt sie aber dazu. Möglicherweise ist auch in anderen europäischen Staaten die unterentwickelte Wirtschaft der Grund für eine Abschottung gegenüber Flüchtlingen.

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19. Oktober 2016

Alte Menschen häufig von Armut betroffen

In einem Flüchtlingscamp am Rande von Belgrad betreibt die Caritas einen Waschsalon. Das Camp ist in einem guten Zustand, dennoch herrscht Tristesse. Ein Besuch im "Social Center of Welfare" zeigt, dass alte Menschen von Armut besonders betroffen sind. mehr

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18. Oktober 2016

Vergessene Menschen, vergessene Region

Die Caritas im serbischen Aleksinac versucht besonders die Situation der Roma zu verbessern, die in einer früheren Bergarbeitersiedlung leben. Viele haben ihr Glück schon in Deutschland versucht. mehr

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17. Oktober 2016

Nur wenige können sich eine ärztliche Versorgung leisten

Noch einmal in Prizren. Im Frühförderzentrum kümmert sich die Caritas um Menschen mit Behinderung, was ohne die UN-Behindertenrechtskonvention nicht möglich wäre. „home-care“ betreut alte Menschen, weil sich die meisten eine medizinische Versorgung nicht leisten können. mehr

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16. Oktober 2016

Würde trotz der Hoffnungslosigkeit

Die sozialen Unterschiede in Europa sind augenscheinlich: Im Kosovo besonders prekär ist die Situation der so genannten Rückkehrer, Menschen, die geflüchtet sind, aber abgeschoben wurden. Vor allem der familiäre Zusammenhalt lässt sie überleben. mehr

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15. Oktober 2016

An der Wirkungsstätte Mutter Teresas

Der Vater von Mutter Teresa, Nikollë Bojaxhiu, ein Kaufmann aus Mirdita im Norden Albaniens, lebte viele Jahre in Prizren, ihre Mutter Drane stammt aus Novosella, einem Dorf im Landkreis Gjakova im Kosovo. Eine Wallfahrtskirche erinnert an die erste Wirkungsstätte der Heiligen. Die Kosovaren sind herzlich und gastfreundlich. mehr

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14. Oktober 2016

Wo der Muezzin ruft und die Kirchenglocken läuten

In Prizren (Kosovo) arbeitet die Caritas intensiv mit Roma-Organisationen zusammen. Insbesondere Frauen und Mädchen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen. Problematisch ist die Vermittlung in Arbeit, auch nach einer Ausbildung. Die Organisationen vor Ort betonen die gute Zusammenarbeit mit der Caritas. mehr

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13. Oktober 2016

Kosovo: 45 Prozent der Menschen sind arbeitslos

Im Kosovo herrscht eine angespannte soziale Lage. Es gibt viele Arbeitslose, Menschen, die in bitterster Armut leben. Die Arbeit der Caritas hat sich auf die Hauskrankenpflege spezialisiert, sie betreut aber auch Roma in so genannten special areas. mehr

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12. Oktober 2016

Einmal längs durch Serbien

Bei der griechisch-katholischen Caritas in Ruski Krstur entsteht traditionelle Pasta, die verkauft wird. Ein Teil des Erlöses kommt sozialen Zwecken zugute. In einem Kindergarten für Roma-Kinder in Novo Sad leisten die Erzieherinnen Großartiges. mehr

Getränkeausgabe

11. Oktober 2016

Subotica - Manchmal fehlen die Worte

Die Caritas vor Ort versucht, das größte Leid zu lindern. Dennoch ist die Situation in den Flüchtlingscamps oft katastrophal. Die Armut im Land ist erschreckend groß. Rentner zum Beispiel haben kaum das Nötigste zum Leben. mehr

Essensausgabe 1

10. Oktober 2016

Erzbischof Hočeva für "eine neue geistliche Kraft und Solidarität in Europa"

Die Lage der Flüchtlinge in Belgrad ist bedrückend. Jeden Tag kehren 70 bis 80 nach Serbien zurück. Der Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hočevar, spricht sich für eine neue geistliche Kraft und Solidarität in Europa aus. mehr