18. Oktober 2016

Vergessene Menschen, vergessene Region

Verfallenes HausRoma-Familien müssen in alten, verfallenen Bergarbeitersiedlungen wohnen.Foto: Mechthild Gatter

Heute Vormittag hat uns der Leiter der Caritas in Aleksinac  zunächst über einige Projekte vor Ort informiert. Die Situation für die Caritas ist schwierig, es gibt nur etwa 150 Katholiken, die Mehrheit der Bevölkerung ist serbisch-orthodox. Erst langsam gelingt es, so etwas wie Ökumene zu etablieren. Im Mittelpunkt des Handelns der Caritas stehen die Roma. In verschiedenen Projekten wird versucht ihre Situation zu verbessern und Selbsthilfe anzuregen: zum Besipiel durch Hausaufgabenhilfe, Information zu sozialen Ansprüchen, körperliche Hygiene und Hygiene im Haushalt oder die Behandlung von Krankheiten. Unterstützt wird die Arbeit durch die Caritas Belgien, Deutschland, Wien und Genua.

Anschließend haben wir eine ehemalige Bergarbeitersiedlung aufgesucht. Nach Schließung des Bergwerkes wohnen dort Roma unter katastrophalen Bedingungen: mangelnde Versorgung mit Trinkwasser, ein nicht funktionierendes Abwassersystem, keine Müllentsorgung, Verfall der Häuser, defekte Straßen. Trotz der unzumutbaren Bedingungen sind die Wohnräume (wenn man das so nennen kann) sauber und ordentlich. Es gibt wohl keine Roma-Familie, in der nicht wenigstens ein Mitglied sein Glück schon in Deutschland versucht hat, aber wieder zurückkehren musste. Solche finanziellen Zuschüsse ermöglichen zeitweise eine kleine Verbesserung der Lebensumstände. Die Roma selbst beschreiben sich als vergessene Menschen und als vergessene Region.