14. Oktober 2016

Wo der Muezzin ruft und die Kirchenglocken läuten

Monika Schwenke und Mechthild GatterTage voller Eindrücke und Informationen: Monika Schwenke aus dem Bistum Magdeburg (links) und Mechthild Gatter aus dem Bistum Dresden-Meißen.Foto: Tobias Nölke

Pünktlich um 6 Uhr ertönt der Ruf des Muezzin, die Kirchenglocken stimmen mit ein. Ein schönes Symbol auch für das friedliche Zusammeneben der Religionen in Prizren.  

Den heutigen Tag begannen wir mit einem Informationsgespräch über die Arbeit der Caritas: Inklusion und Arbeit mit Freiwilligen sind die wichtigsten Themen. Mit Hilfe von Freiwilligen wurde innerhalb weniger Jahre der Bereich Früh-/Förderung von Menschen mit Behinderung und seelischen Störungen aufgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt ist, die gesellschaftliche und soziale Teilhabe für Roma zu verbessern.

Wir informierten uns bei zwei Roma-Organisationen. Die wichtigsten Anliegen sind, die Bedeutung von Bildung und Erziehung zu vermitteln. Insbesondere Frauen und Mädchen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen. Problematisch ist die Vermittlung in Arbeit. Selbst bei einem guten und hohen Bildungsabschluss, auch von Frauen, ist dies nur selten möglich.

Im Rathaus in Prizren gibt es ein "Functional Office for minorities and vulnerable Groups", das nach dem Krieg von der UNO initiiert wurde. Nach der kosovarischen Verfassung  haben alle Minderheiten unter 10 Prozent-Anteil an der Gesamtbevölkerung das Recht, einen Abgeordneten in den jeweiligen demokratischen Gremien zu entsenden. Das Büro ist Ansprechpartner für die Minderheiten-Mitglieder. Es achtet auf die Einhaltung der Menschenrechte und soll Integrationsprozesse befördern. Sowohl die Roma-Organisationen als auch das Minderheitenbüro betonten die gute Zusammenarbeit mit der Caritas.