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Stand: 12.12.2017

Pressemitteilung

Caritas weist 2018 auf die Wohnungssituation hin

Jahreskampagne 3

"Zunehmend sind auch Familien, alte Menschen oder Studenten betroffen. Steigende Mieten bekommen immer mehr auch Krankenschwestern, Polizisten oder Erzieher zu spüren."

Wohnungsnot verschärft sich auch in Sachsen

Auch in Sachsen verschärft sich die Wohnungsnot. Allein in die Caritas-Beratungsstellen kamen 2016 465 Menschen, um sich Rat zu holen, weil sie von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Auffallend daran ist, dass immer mehr Familien und damit Kinder betroffen sind. Waren es 2015 noch 33 Familien, die beraten und begleitet wurden, stieg die Zahl im Jahr 2016 auf 52 Familien an (Caritas-Jahresbericht 2016). Laut dem Wohnungslosenotfallbericht 2016 der Diakonie Sachsen sind insgesamt 3.179 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen, 307 davon sind Kinder (Angaben der Diakonie-Beratungsstellen). Besonders schwierig ist nach Einschätzung der Caritas der Zugang für einkommensarme Menschen zu bezahlbarem Wohnraum. "Hier müssen wir entschieden gegensteuern", so Mitzscherlich. Nötig seien insbesondere existenzsichernde und familienfördernde Maßnahmen, um diese Schwierigkeiten im Vorfeld zu verhindern. Die Freie Wohlfahrtspflege in Sachsen fordere deshalb ein sachsenweites Monitoring zum "Recht auf Wohnen".

Jahreskampagne 2

Caritas-Studie "Menschenrecht auf Wohnen"

Zum Thema hat der Deutsche Caritasverband aktuell die Studie "Menschenrecht auf Wohnen" veröffentlicht. "Die Studie zeigt, wie  knapper Wohnraum und steigende Mieten tief in das Leben der Menschen eingreifen", erklärt Caritas-Präsident Peter Neher. "Immer mehr Menschen erfahren, dass sie nahezu chancenlos auf dem Wohnungsmarkt sind. Oder sie müssen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete und Wohnkosten ausgeben. Wenn zunehmend der Geldbeutel bestimmt, wie sich Stadtteile und Quartiere zusammensetzen, führt dies zu einem Auseinanderdriften von Milieus und schwächt so den gesellschaftlichen Zusammenhalt".

Im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes hat  das Institut IPSOS eine repräsentative Befragung durchgeführt. Danach  bewerten 79 Prozent der befragten Menschen in die Höhe schnellende Wohnkosten als erhebliches Armutsrisiko. 77 Prozent der Befragten sehen die Entwicklung von Kindern beeinträchtigt. Hohe Wohnkosten führen für drei Viertel der Befragten zu einer räumlichen Trennung von armen und reichen Menschen und begründen die Gefahr von Obdachlosigkeit.