
Auch die Caritas war mit einem vielfältigen Programm in Mannheim dabei.
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"Wir wollen, dass dieser Katholikentag eine Zeitansage wird. Er soll Orientierung geben in der Unübersichtlichkeit der vielen Krisen, die unsere Gegenwart prägen" sagt Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
"Wir wollen mit dem Programm des Katholikentags deutlich machen: Wir Christen haben dieser Welt etwas zu sagen. Wir haben eine Frohe Botschaft zu verkünden", sagt Robert Zollitsch, der Erzbischof des gastgebenden Bistums Freiburg.
Das Impulsreferat von Erzbischof Zollitsch zu den programmatischen Schwerpunkten des Katholikentages
"Einen neuen Aufbruch wagen" lautete das Motto des 98. Deutschen Katholikentages vom 16. bis 20. Mai in Mannheim. Die Kirche will aufbrechen aus den Zeiten der Dunkelheit, Vertrauen zurückgewinnen und mit den Menschen die Freude am Glauben teilen. Auch die Caritas und Christen aus dem Bistum Dresden-Meißen waren mittendrin, als an Rhein und Neckar ein großes Fest des Glaubens gefeiert wurde.
Widerstand ist Christenpflicht

Silke Maresch (rechts) von der Caritas in Pirna stellte beim Katholikentag in Mannheim den sächsischen Arbeitskreis Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus vor. Dabei forderte sie mehr Mut und Zivilcourage der Christen im Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut. Für den Fuldaer Bischof und Präsidenten von Pax Christi, Heinz Josef Algermissen, gehört dieser Widerstand zur "Christenpflicht". In der Gesellschaft werde rechtsextremes Gedankengut zunehmend verharmlost, sagte er.
Bunt und vielfältig
Betend, singend, diskutierend, laut, leise und manchmal etwas schräg: So präsentierte sich der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim. Der Glaube lebt, bunt und vielfältig, so wie die Menschen, die sich auf die große Pilgerreise gemacht haben.



Caritas-Mitarbeitende auf dem Katholikentag
Auch Caritas-Mitarbeitende aus Dresden waren auf dem Katholikentag zu finden: Der Mitarbeiter der Geschäftsführung des Diözesancaritasverbandes, Bernd Christ, besuchte mit seiner Frau Alexandra den Bistumsstand, wo zu seiner Freude die neue Broschüre der katholischen Stiftungen im Bistum Dresden-Meißen präsentiert wurde. Christ ist auch Stiftungsdirektor der Caritas-Stiftung.
Praxisgebühr für Arme abschaffen
Der Deutsche Caritasverband hat erneut die Abschaffung der Praxisgebühr für einkommensschwache Menschen gefordert. Die Regelung sei die größte Hürde dafür, dass arme Menschen überhaupt einen Arzt aufsuchen, betonte Generalsekretär Georg Cremer beim Polit-Talk auf der Caritas-Bühne - unter anderem mit SPD-Generalsekretärin Andreas Nahles. Allerdings müsse das Gesundheitssystem bezahlbar bleiben.
Sonntagsschützer
Für den Sonntagsschutz warb besonders der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV). Auch Caritas-Präsident Peter Neher (rechts) besuchte den Verband. Im Bild mit Bundesgeschäftsführer Joachim Hüpkes.

Auch Unreligiöse sind religiös
Der langjährige Leiter der "Orientierung" in Leipzig, Kontaktstelle für Lebens- und Glaubensfragen, Pater Bernd Knüfer (Bild oben), stellte auf dem Katholikentag das Projekt vor. In der extremen Diaspora Ostdeutschlands gehe es weniger darum zu "missionieren", sondern das Leben der Menschen zu teilen, sagte Knüfer. Erst dadurch ergeben sich erste spirituelle Erfahrungen. Auch Unreligiöse hätten "religiöse Saiten", die man zum Klingen bringen könne.
Experte fürs Leben
Die Wiedersehensfreude war groß. An der Caritas-Bühne trafen sich Generalsekretär Georg Cremer (links) und der frühere Bürgermeister von Bremen, Henning Scherf. Der SPD-Politiker war auf dem Katholikentag besonders als "Experte fürs Leben" gefragt, der für das Miteinander der Generationen warb.
Katholikentagserfahren
Diese beiden waren gesetzt - und sind Katholikentagserfahren. Norbert Grellmann (links) aus Leipzig war wie auch in den Jahren zuvor am Stand des deutschen Kolpingwerkes zu finden. Michael Baudisch, Pressesprecher des Bistums Dresden-Meißen, erklärte den Katholikentagsbesuchern den Bau der Propsteikirche und die Situation der Christen in der Diaspora.

"Wir bauen eine Propsteikirche"
Hoher Besuch am Stand des Bistums Dresden-Meißen: Erzbischof Robert Zollitzsch informierte sich am Donnerstag über den Neubau der Propsteikirche in Leipzig. Mit kleinen Plexiglassteinen bauten die Katholikentagsbesucher Stein für Stein mit. Einer der ersten war der Augsburger Jesuitenpater und Theologieprofessor Thomas Gertler (im Bild rechts), der auch gleich für den Bau spendete. Gertler war unter anderem an der Erfurter Universität tätig. Die Bistumsmeile, auf der sich die deutschen Diözesen vorstellten, war auf dem Alten Messplatz in Mannheim aufgebaut.
Zollitzsch ruft zu einer Kultur der Gerechtigkeit auf
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitzsch hat die Menschen zu einer bescheidenen Lebensweise angesichts der Not in der Welt aufgefordert. Der Ruf nach immer mehr Wachstum breche die ungerechten Strukturen nicht auf, sagte Zollitzsch in seiner Predigt zum Himmelfahrtstag in Mannheim.Vielmehr "müssen wir dankbar sein für das, was uns geschenkt ist und mit denen teilen, die Not leiden", betonte der Erzbischof. Aufbruch bedeute zudem, nicht wegzuschauen, wenn Gewalt und Extremismus ihre hässlichen Masken zeigen. Der Gottesdienst zum Hochfest Christi Himmelfahrt bildete am Vormittag den feierlichen Auftakt zum ersten Tag des Katholikentreffens.
1200 Veranstaltungen an 76 Orten
Erst sah es nicht so aus. Dann aber konnte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, den Katholikentag bei strahlendem Sonnenschein eröffnen. Das Christentreffen sei eine "wichtige Station" beim kirchlichen Dialogprozess, betonte Glück. Die Christen würden die Mitverantwortung dafür tragen, dass auch zukünftige Generationen ein menschenwürdiges Leben führen könnten. Beim "Abend der Begegenung" präsentierte sich das gastgebende Erzbistum Freiburg. Festliche Gottesdienste, Vorträge und Podiumsdiskussionen oder Open-Air-Konzerte: Auf die Katholikentagsteilnehmer warteten 1200 Veranstaltungen an 76 Orten.
Vom Glauben erzählen
Er durfte natürlich nicht fehlen: Kapuzinerpater Paulus Terwitte, der Medienpater, unterwegs zur Eröffnungsveranstaltung.
Und recht mobil, wie man sieht. Zwar hatte er in Mannheim einige Termine, wollte aber auch zur Besinnung kommen. Terwitte
ermuntert dazu, einen "neuen Aufbruch" zu wagen und von der Freude am Glauben zu erzählen. Die Katholikentagsteilnehmer prägten vier
Tage lang das Stadtbild von Mannheim.
Aufbruchstimmung
Knapp eineinhalb Stunden vor der Eröffnung des Katholikentages wurden wie hier am Wasserturm die letzten Vorbereitungen getroffen. Rund 300 Verbände, Institutionen, geistliche Gemeinschaften, Bistümer und Medien präsentieren sich in Mannheim - und machen die Vielfalt des katholischen Lebens in Deutschland deutlich. Die große Caritas-Bühne war auf dem Marktplatz in der Mannheimer Innenstadt aufgebaut.
Die Menschen auf der Suche nach Orientierung
Von A wie Abt bis Z wie Zollitzsch: Etwas mehr als 600 Seiten umfasste das Programm des 98. Deutschen Katholikentages. Die
Kirche stehe vor einer grundlegenden Neuorientierung, schreiben Erzbischof Robert Zollitzsch und der Präsident des Zentralkomitees
der deutschen Katholiken, Alois Glück, zur Einführung in das Programm. "Noch nie waren so viele Menschen auf der Suche nach
Sinn und Orientierung."
25.000 Dauerteilnehmer am Katholikentag
Der 98. Deutsche Katholikentag hat sein Planziel erreicht: Mehr als 25.000 Dauerteilnehmerinnen und Dauerteilnehmer sind angemeldet. "Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen einbringen, wenn es darum geht, Wege zu einer zukunftsfähigen Kirche und Gesellschaft zu suchen und zu gehen", sagte Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Das Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen" und das vielfältige und vom Aufbruchsgedanken geprägte Programm spreche offenbar viele Menschen an.
Das Bistum Dresden-Meißen auf dem Katholikentag
Auf dem Katholikentag präsentiert sich das Bistum Dresden-Meißen mit einem eigenen Stand. Dabei wird der anstehende Neubau der Leipziger Propsteikirche, das wahrscheinlich größte katholische Kirchbau-Projekt in Ostdeutschland seit 1990, in den Blickpunkt gerückt. „Wir treten mit der Idee an, die künftige Leipziger Propsteikirche schon einmal als Modell zu bauen", erklärt Pfarrer Gregor Giele, der für die Propsteigemeinde das Bauprojekt begleitet. „Aus hunderten Plexiglas-Steinen entsteht hier Stein für Stein eine etwa zwei Meter lange Miniaturausgabe des Architekturentwurfs.“
- Stand des Bistums Dresden-Meißen: Bistumsmeile (Standort: Alter Messplatz)
- Stand des Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal: Präsentationsmeile Reise und Mobilität (Standort: Planken).
- Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen Michael Bautz wird den Katholikentag am 16. und 17. Mai besuchen.
- Für den Diözesanrat des Bistums werden der Vorsitzende Nikolaus Legutke (Markkleeberg), Geschäftsführerin Edith Säuberlich (Dresden) sowie Christa Kaluza (Dresden) und Martina Breyer (Grimma) am Katholikentag teilnehmen.
- Podiumsdiskussion „Zum Widerstand verpflichtet. Christinnen und Christen gegen Rechtsextremismus“. Termin: Sonnabend, 19. Mai, 16 bis 17.30 Uhr. Ort: Mozartschule, 3. OG, Gymnastikhalle. Mit dabei: Silke Maresch (Caritas Pirna), AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus.









