Jenny Nagel

Jenny Nagel
ist ehrenamtliche Hospizhelferin

 
Auch Sterben bedeutet Leben  

Menschen der Caritas

Wenn man den Schmerz mit jemandem teilen kann, entsteht Nähe und Geborgenheit. Und dann kann man auch dunkle Zeiten durchstehen. Davon ist die Dresdnerin Jenny Nagel überzeugt. Die angehende Sozialpädagogin arbeitet ehrenamtlich beim Christlichen Hospizdienst in der sächsischen Landeshauptstadt. Hausbesuche, Begleitung der Angehörigen von sterbenden und todkranken Menschen, der Kontakt zu den anderen ehrenamtlichen Helfern: Alles das gehört zu ihren Aufgaben. Das schärft den Blick für den Sinn des eigenen Lebens - und das eigene Sterben.
Zum Hospizdienst ist sie durch ein Praktikum gekommen. Am Anfang sei es schon schwierig gewesen, gibt sie unumwunden zu. "Ich wusste nicht, ob ich das kann, wie die Betroffenen und die Angehörigen auf mich reagieren." Inzwischen hat sie aber sehr viel Dankbarkeit erfahren. "Für Menschen, die wissen, dass sie sterben müssen, ist es wichtig, dass jemand Zeit für sie hat", ist Jennys Erfahrung. Die Gespräche, die sie geführt hat, empfindet sie als fruchtbar und bereichernd. "Wir haben immer noch sehr viel Berührungsängste im Umgang mit dem Tod."
In den letzten Monaten hat sie eine Familie begleiten dürfen, in der jemand im Sterben lag und diese Zeit zu Hause verbrachte. Für die angehende Sozialpädagogin war es beeindruckend zu erleben, wie intensiv diese Familie gelebt hat. "Sie haben mir gezeigt, dass auch die letzte Lebensphase eines Menschen lebenswert ist." Im März ist Jenny Nagel mit dem Studium fertig und überlegt jetzt schon, wie es dann weiter geht. "Ich würde gern in der Hospizarbeit weitermachen."

Andreas Schuppert