Diözesan-Caritasverband Dresden-Meißen, 31.07.2012

Die 365 Tage bis zum Krippen-Rechtsanspruch nutzen!

Wohlfahrtsverbände mahnen Kita-Qualitätsverbesserungen auch im Ausbau an

Ab 1. August ist genau noch ein Jahr Zeit bis zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für Kinder ab deren ersten Geburtstag. Zwar ist in Sachsen der  Ausbaubedarf nicht annähernd so groß wie in den alten Bundesländern – trotzdem liegt die –Betreuungsquote der unter Dreijährigen erst bei 44,2 Prozent und damit unter den angestrebten 51 Prozent für die östlichen Bundesländer.

Die in der Liga zusammengeschlossenen Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen deshalb großen Handlungsbedarf und dringen auf eine angemessene Landesförderung für den Krippenausbau und erste Schritte für bessere Kita-Rahmenbedingungen im nächsten Doppelhaushalt.

„Wir müssen Quantität und Qualität verbinden“, so Rüdiger Unger, Liga-Vorsitzender und Vorstandsvorsitzender des DRK Sachsen: „Die Bemühungen zur Einhaltung des Rechtsanspruchs sollten nicht davon ablenken, dass wir großen Nachholbedarf hinsichtlich der Strukturqualität haben. Nur wer auch in Qualität investiert und den Fachkräften damit Wertschätzung signalisiert, der kann auch den Ausbau stemmen.“

Aus Sicht der Verbände könnte die Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten wie aktuell in Sachsen-Anhalt ein erster Schritt zur Qualitätsverbesserung sein.

In allen bundesweiten Studien steht Sachsen hinsichtlich der Kita-Rahmenbedingungen immer auf einem der drei letzten Plätze – zum Beispiel beim Betreuungsschlüssel. Dies, die relativ geringe Bezahlung und die hohe Teilzeitquote machen den Erzieherberuf in Sachsen nicht attraktiv genug. Genügend Fachkräfte zu finden ist jedoch neben den baulichen Investitionen die größte Herausforderung des Ausbaus.

Die Wohlfahrtsverbände mit ihren eigenen Berufsfachschulen und vielen Angeboten der berufsbegleitenden Ausbildung für Quereinsteiger leisten bereits ihren Beitrag zur Einhaltung des Rechtsanspruchs und richten daher ihre Erwartung auf die sächsische Staatsregierung.  

Die Wohlfahrtsverbände engagieren sich seit 2009 für bessere Kita-Rahmenbedingungen. Mit vielen Veranstaltungen vor Ort kommen die etwa 1000 sächsischen Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft mit Mandats- und Entscheidungsträgern des Landes und der Kommunen ins Gespräch und informieren die Öffentlichkeit. Über die GEW und Elternverbände nehmen auch die kommunalen Kitas an den Bemühungen teil.

Die Forderungen der Kampagne auf einen Blick
(Sie sollen schrittweise umgesetzt werden – denkbar ist bspw. eine Absenkung der Schlüssel um jeweils ein Kind oder die Anerkennung von vier Stunden Vor- und Nachbereitungszeit im nächsten Doppelhaushalt.)

Senkung des Personalschlüssels    
in der Krippe von 1:6 auf 1:4
im Kindergarten von 1:13 auf 1:10 
im Hort von 1:20 auf 1:16
Reell ist die Fachkraft-Kind-Relation noch deutlich schlechter, da im gesetzlichen Schlüssel Fehlzeiten u.a. wegen Urlaub und Krankheit nicht berechnet sind.)

Berücksichtigung der Zeit für Vor- und Nachbereitung als 20 Prozent der Arbeitszeit

auf 100 Kita-Plätze muss eine Freistellung für die Kita-Leitung erfolgen
ein dichteres Netz der Fachberatung und Weiterbildung

Kontakt:
Ines Vogel (0351 84704514, 0173 5977236); Pressesprecherin der Arbeiterwohlfahrt Sachsen

 

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